SG Boke/Bentfeld erkämpft verdientes Remis
Thore Thomas erzielt im Derby mit seinem 10. Saisontreffer den Ausgleich
Es war alles angerichtet für ein Fußballfest: 500 Zuschauer sorgten bei herrlichem Frühlingswetter für eine beeindruckende Kulisse am Bentfelder Mühlenweg. Im brisanten Lokalderby der Bezirksliga Westfalen Staffel 3 trennten sich die SG Boke/Bentfeld und Grün-Weiß Anreppen mit einem leistungsgerechten 1:1 (0:1). Während die Gastgeber einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf sammeln, schwinden die Aufstiegschancen der Gäste.
Die Vorzeichen waren klar: Für die Teipel-Elf zählt im Tabellenkeller jeder Zähler, während GWA nach zuletzt schwankenden Leistungen zum Siegen verdammt war. Doch wer einen verhaltenen Beginn erwartete, wurde enttäuscht.
Aluminium-Pech auf beiden Seiten und kalte Dusche für die SG
Bereits in der 15. Minute hätte die Spielgemeinschaft führen müssen: Niklas Troja hämmerte das Leder aus 16 Metern punktgenau gegen das rechte Lattenkreuz – der erste Warnschuss eines sehr präsenten Gastgebers. Auf der Gegenseite setzten die Gäste nach einer halben Stunde ein erstes Signal. Ein Schuss des GWA landete auf der Latte des von Ron Pohl gehüteten Tores der SG Boke/Bentfeld. Inmitten der Drangphase der SG dann der Schock: Mika Vieth setzte in der 36. Minute eine Bogenlampe aus gut 16 Metern ab, die sich unglücklich über Keeper Ron Pohl hinweg unter den Querbalken zum 0:1 senkte. Kurz vor der Pause (43.) kochten die Emotionen hoch, als ein GWA-Verteidiger auf der Linie scheinbar per Hand rettete, der Pfiff des Schiedsrichters jedoch ausblieb.
Boke/Bentfeld drückt auf den Ausgleich
Nach dem Seitenwechsel übernahm die SG endgültig das Kommando. Zunächst verfehlte Niklas Troja aus 18 Metern nur knapp (55.), dann fischte GWA-Keeper Linus Vogler einen Kopfball von Laurenz Keuter nach einer Ecke von Darius Berkemeier aus dem Winkel (59.). Auf der Gegenseite hielt Ron Pohl seine Farben im Spiel, als er einen Schuss von Silas Dierkes aus kurzer Distanz per glänzender Fußabwehr zur Ecke klärte (68.).
Thore Thomas übernimmt Verantwortung
In der 77. Minute belohnte sich die Heimelf schließlich für ihren Aufwand. Der agile Thore Thomas wurde am rechten Strafraumeck von Pascal Rygol gefoult. Der souveräne Schiedsrichter Nico Kleinegesse entschied sofort auf Strafstoß. Thore Thomas trat selbst an und verwandelte sicher zum hochverdienten 1:1-Ausgleich. Dies war bereits der 10. Saisontreffer des 19jährigen.
Dramatik pur in der Schlussphase
Die Schlussminuten gehörten fast ausschließlich der SG. Nach einer sehenswerten Ballstafette über Ömer Duraksahin, Keuter, Krämmer und Tepper flankte Ihsan Duraksahin zentimetergenau auf seinen Bruder Ömer, dessen Kopfball von Linus Vogler mit den Fingerspitzen gerade noch an den Pfosten gelenkt wurde (87.). In der Nachspielzeit rettete Ron Pohl mit einer weiteren Glanzparade das Unentschieden (90.+2).
Bitterer Nachgeschmack trotz Punktgewinn
Überschattet wurde die packende Schlussphase von einer schweren Knieverletzung des A-Jugend-Talents Ihsan Duraksahin, der nach dem Spiel medizinisch versorgt werden musste.
Fazit: Aufgrund des beherzten Einsatzes, der größeren Spielanteile und einem Plus an hochkarätigen Chancen wäre für die SG Boke/Bentfeld am Ende sogar ein Sieg verdient gewesen. Dennoch ist die Punkteteilung gegen den Favoriten ein Erfolg der Moral, der Mut für die kommenden Aufgaben im Abstiegskampf macht. Das Derby hielt über die gesamte Spielzeit, was sich die Zuschauer davon erhofft hatten. Das von beiden Mannschaften intensiv geführte Spiel war jederzeit fair, trotz der insgesamt zehn Gelben Karten – jeweils fünf auf beiden Seiten.
Unser Team verbucht nun 20 Punkte auf seinem Konto und belegt weiterhin den zwölften Tabellenplatz. Durch den Sieg des SV Eintracht Jerxen-Orbke gegen den TuS Bad Driburg hat sich der Abstand auf den ersten Abstiegsplatz auf zwei Punkte reduziert. Im Vergleich mit den Mannschaften auf den Rängen 13 bis 16 weist unser Team das beste Torverhältnis auf. Am kommenden Sonntag ist die SG Boke/Bentfeld um 15:30 Uhr zu Gast beim Tabellenzehnten FSV Bad Wünnenberg-Leiberg.
